Der Grundgedanke
Es gibt sie noch, die tennisbegeisterten Damen und Herren, Mädchen und Jungen.
Nur die Interessen haben sich verlagert. Als Steffi Graf, Boris Becker und Michael
Stich ihre großen Erfolge feierten, da saß der deutsche Hobby-Tennisspieler
gebannt vor seinem Fernseher, um möglichst jeden Ballwechsel live zu Hause mitzuerleben.
Fast jedes Tennisturnier wurde übertragen, doch die Stubenhockerei hat ein Ende.
Die nationalen Helden treten nicht mehr an, und so kann wieder über den Tellerrand
der eigenen Wohnung hinausgeschaut werden.
Eine breite Masse schlägt in Deutschland an die gelbe Filzkugel. Und nicht nur
das: Auch Nicht-Grand-Slam-Turniere gewinnen plötzlich an Bedeutung. „Wirklich
live dabeisein, Tennis hautnah erleben und außerdem gut unterhalten werden",
das sind die Attribute, die in den Jahren nach Graf, Becker und Stich zählen.
Dazu kommt, dass der deutsche Nachwuchs nicht schlecht ist, doch fehlt es ihm
noch an Durchsetzungsvermögen. Und dies muss er sich dort holen, bei den ersten
Turnierkategorien der internationalen Tennisserien. Am besten im eigenen Land,
wo die Unterstützung am größten ist, wo man sich auch am wohlsten fühlt.
Nur weil Leistungs-, Mannschafts- und Breitensport beim Tennispark Bielefeld
gleichermaßen großgeschrieben werden, kann der Verein dieser Größenordnung attraktiv
sein. Darüber hinaus gilt das Hauptaugenmerk der Jugendarbeit, denn die Jugendlichen
bedeuten die Zukunft des Clubs.
Die zweijährige Turniergeschichte
Vor zwei Jahren wurden die Bielefeld Open
erstmals ins Leben gerufen. Waren es bei der Premiere 2000 rund 1.500 Zuschauer, die an den fünf Turniertagen
den Weg an den Erdsiek fanden, kamen ein Jahre später sogar über 1.700 Besucher
auf die Tennisanlage im Bielefelder Ortsteil Schildesche. Sie gaben der Veranstaltung
einen attraktiven Rahmen.
Spielerinnen wie die aktuelle deutsche Fed Cup-Spielerin Martina Müller gaben
bei den Bielefeld Open ihre Visitenkarte ab. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen
waren von dem jungen Turnier sehr angetan. Auch der Deutsche Tennis Bund (DTB)
zeigte sich von diesem Turnier begeistert. Auf der Tennisturnier-Veranstalter-Tagung
der nationalen deutschen Turnierserie im Oktober 2001 in Oberstaufen wurden
die Bielefeld Open mit
dem Award für das „Bestes nationale Turnier"
im Rahmen dieser nationalen Serie ausgezeichnet. "Obwohl dieses Event erst
zum zweiten Mal stattgefunden hat, ist es den Organisatoren Marc Kuchenbecker und Jan Miska
gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die bei Spielerinnen und Spielern sowie
den Zuschauem gleichermaßen gut ankommt", so Norbert Roggenkamp vom DTB.
In einer vorausgegangenen Sitzung des Beirates der Arbeitsgemeinschaft Deutscher
Turnierveranstalter (ADT) im DTB bewertete man anhand von sieben Kriterien alle
Veranstaltungen der nationalen deutschen Turnierserie. Dies waren die Präsentation
der Sponsoren, Zuschauerzahlen, öffentliche Aktionen und Kampagnen wie Streettennis,
die Akzeptanz in der Region, die mediale Berichterstattung in Printpublikationen
und Hörfunkbeiträgen, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Veranstalters
selber und die Tradition des Turniers. Zwar gab es beim letzten
Kriterium keine
Punkte für die Bielefeld Open, aber dennoch erreichte das Turnier 15 von 21
möglichen Punkten und damit den ersten Platz. Besonders hervorgehoben wurde
das Engagement zugunsten der Luca Dethlefsen Hilfe für schwerst und chronisch
kranke Kinder.
„Das war eine tolle Werbung für den Tennissport in unserer Stadt", zeigte sich
auch Bernd Kassing, 1. Vorsitzender des Tenniskreises Bielefeld zufrieden.
Auch Waldemar Braun,
1. Vorsitzender des Tennisparks Bielefeld, freute
sich: „Für
einen Verein unserer Größenordnung ist es wichtig, Leistungstennis, Jugendförderung
und Breitensport unseren Mitgliedern in ausreichendem Maße zu bieten. Die Bielefeld
Open tragen dazu bei, dass uns dies gelingt." Und die Mitglieder sehen dies
auch so. Es gab zahlreiche helfende Hände. Ein Turnier wie die Bielefeld Open
lebt in erster Linie von den Spielerinnen und Spielern sowie von den
Sponsoren.
Doch es gibt im Hintergrund immer viele fleißige Hände, die unauffällig, aber
enorm effektiv mithelfen, damit das Turnier zum Erfolg wird. Hinter den Tresen
im Clubhaus, Festzelt und Grillwagen stehen Mitglieder des Tennisparks Bielefeld,
die freiwillig „Dienst schieben".
Gleiches gilt für die Platzpflege.
Die Bielefeld
Open haben bei Spielerinnen und Spielern, sowie bei Zuschauern und Clubmitgliedern
einen festen Platz in den einzelnen Terminkalendern eingenommen.
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